Die "Untaten" der Stadtverwaltung - oder es irrt der Mensch so lang er Wandelt!
weitere Informationen bei unserem Kooperationspartner Pro-Herten
|
An den Bürgermeister
Herten 19.01.2008 Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir sprechen - ausdrücklich auch im Namen vieler Bürger dieser Stadt - unsere Empörung über die Vernichtung der einzigartigen und denkmalgeschützten Rosskastanie (Aesculus) vor dem Hertener Schloss aus. Wir begehren Auskunft über die Verantwortlichkeiten und fordern Konsequenzen aus dem Vorfall. Der geschichtsträchtige und landschaftsprägende Baum stellte eine der Attraktionen des Hertener Schlossparks dar und repräsentierte einen unschätzbaren Wert. Laut Berichten wurde der Baum am 18. Januar 2008 vom städtischen Betriebshof in einer offenbar längerfristig vorbereiteten Nacht- und Nebelaktion gefällt. Offenbar waren weder die Naturverbände, noch der Landschaftsbeirat konsultiert, noch die Öffentlichkeit informiert worden. Wir unterstellen, dass dieses Vorgehen mit Absicht und Berechnung gewählt worden ist. Wir bezweifeln außerdem, dass die Fällung akut notwendig oder alternativlos war. Die Kettensägeaktion stellt sich vielmehr als Höhepunkt eines weitgehend verantwortungslosen Umgangs mit dem grünen Erbe dieser Stadt durch Verantwortungsträger im Rathaus dar. Die mangelnde Achtung der Flora durch die Bauverwaltung und die Vorliebe des Hertener Baurats für Problemlösungen mittels Kettensäge sind in Herten beinahe sprichwörtlich geworden. Und auch die Mehrheit des Hertener Rats zeigte sich regelmäßig unempfindlich gegenüber destruktiven Eingriffen in die innerstädtischen, ökologischen Zusammenhänge. Symbol hierfür ist die über 20jährige Verweigerung einer Baumschutzsatzung. Wir erinnern an die geplante Fällung des Mammutbaumes am Otto-Wels-Platz, die allein durch engagierte Bürger verhindert wurde. Wir erinnern auch an den Baumbestand der Feldstraße sowie an den Lindenbestand an der Herner Straße, die ohne Not dem Neuausbau der Straßenachsen geopfert wurden und wohl auch weiter werden. Wir betrachten es als reinen Hohn, wenn die Neuanpflanzung kleinwüchsiger Bäumchen als Ersatzpflanzung deklariert wird. So ist auch im aktuellen Falle der Hinweis, der Landschaftsverband werde den Schaden ersetzen, nur ein grandioser Zynismus, der von mangelndem Respekt und Unverständnis zeugt. Gregor Spohr hat als Kommentator in der HA zu Recht darauf hingewiesen. Aus dem ebenso folgenschweren wie unglaublich unsensiblen Vorgehen der städtischen Behörden und des zentralen Betriebshofes sind für die Zukunft u.E. folgende Konsequenzen zu ziehen:
1.
Die Öffentlichkeit ist über
Entscheidungsabläufe und Verantwortlichkeiten der Fällaktion zu
informieren.
2.
Es ist zu prüfen, ob Versäumnisse,
Fehler oder Fehleinschätzungen der Verantwortlichen in der
Verwaltung vorliegen. 3. Es sind Maßnahmen zu treffen, die sicher stellen, dass in Zukunft wichtige Eingriffe in die bauliche und natürliche Substanz unserer Stadt, Verbänden und Öffentlichkeit angezeigt und insbesondere auch der Entscheidung des Rates anheim gestellt werden. Mit freundlichen Grüßen Pro-Herten, gez. Manfred Michael Schwirske |
|
|
|
UWG Herten e.V. - Kurt-Schumacher-Str. 2 – 45699 Herten An den Bürgermeister der Stadt Herten Herrn Dr. U. Paetzel Kurt-Schumacher-Str. 2 45699 Herten Anfrage nach §15 der Geschäftsordnung
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
wie der Hertener Allgemeinen vom 19. Januar 2008 zu entnehmen war, wurde eine ca. 350-jährige Rosskastanie im Schlosspark komplett abgesägt. Diese Abholzaktion wurde dem Bericht nach vom ZBH mit der Begründung einer durch Lkws und Baumaschinen verursachten totalen Wurzelbeschädigung durchgeführt. Da es sich bei der gefällten Kastanie um ein unersetzbares Wahrzeichen des Schlossparks handelt, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Daher stellt die UWG-Fraktion nachstehende Fragen: 1. Wer hat die Durchführung der Aktion zu verantworten und wurde das Ganze im Vorfeld mit dem RVR abgestimmt? 2. Welche Fachexperten bzw. Gutachter wurden zwecks Rettung des Baumes zu Rate gezogen und welche Maßnahmen wurden ggf. vorgeschlagen bzw. durchgeführt? 3. In welcher Form will der Noch-Eigentümer des Schlossparks, der RVR, den entstandenen Schaden ersetzen und wer legt die Schadenshöhe fest? 4. Wer begleitete seitens der Stadt Herten die Baumaßnahmen, die zur Schädigung der jetzt abgeholzten Rosskastanie führten?
Wir bitten um schriftliche Beantwortung. Mit freundlichen Grüßen Horst Urban |