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Für
das Umweltbundesamt sind Kinder „unsere Zukunft“. Sie bilden die
Gesellschaft von morgen. Ihr Schutz ist aus diesem Grund unsere
vorrangige Aufgabe.
Für
uns ist das also selbstverständlich? Die Realität sieht vielmals anders
aus: Spielplätze sind zum größten Teil in einem maroden Zustand, Hundkot
an allen Stellen, die eine Wiese darstellen könnten.
Sicher, Kinder sind manchmal laut, aber auch unbeschwert und fröhlich.
Nette Worte und Gesten sind für Kinder nicht immer selbstverständlich.
Berichte in Tageszeitungen verdeutlichen uns Tag für Tag: Kinder werden
nicht immer gut behandelt, viele Dinge sind uns wichtiger als Kinder:
unserer Kommerz, gesellschaftliche Stellung etc. Kinder haben in unserem
derzeitigen Verständnis nur einen geringen Stellenwert.
Die
Zunahme von chronischen Erkrankungen gerade bei Kindern, wie z.B.
Allergien, die immer etwas mit der Umwelt zu tun haben, Übergewicht und
Verhaltensauffälligkeiten sprechen eine deutliche Sprache. Was aber
können wir für die Umwelt unserer Kinder erreichen? Für die Umwelt der
Generation von morgen? Für den Umweltschutz?
Wie
gehen Landkreise oder einzelnen Kommunen mit der Zukunft unserer Kinder
um?
Ein
Paradebeispiel ist die Halde Hoppenbruch in Herten. Müllverbrennung in
unmittelbarer Nähe von Mountenbike - Strecken. Menschen werden auf einen
- zugegebener Maßen attraktiven - künstlichen „Berg“ geschickt, um hier
bei der richtigen Windkonstellation die Abgase der Verbrennungsöfen,
bestehend aus: PM10, Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid,
Schwermetalle einzuatmen. Während in den 60ziger der Kohlenpott dreckig
war, sind hier die genannten Stoffe nun unsichtbar, für den einzelnen
kaum nachvollziehbar, weil nicht greifbar und trotzdem schleichend
unsere Gesundheit zerstörend!
Um
Risiken, die sich z.B. aus Müllverbrennungsanlagen ergeben, zu
minimieren, haben wir unsere Politiker gewählt- in dem Glauben, dass
diese Politiker für uns, unsere Kinder da sind und nicht als Büttel der
Industrie den Machtmonopolisten die Fördergelder in die
Tasche zu spielen. |

Der
Bürgermeister von Herten, der einst gegen die Erweiterung der
Müllverbrennungsanlage war, ist nun vor Freude ganz aus dem Häuschen. 40
neue Arbeitsplätze werden geschaffen! In Herten? Der Müll, der diese
Anlage rentabel machen soll, kommt extra aus Italien.
Warum
wird er nicht dort verbrannt? Vielleicht, weil dann in einigen Regionen
die Urlauber aus bleiben würden?
Herten
entwickelt sich in Europa von der einst größten Bergbaustadt zu einer
der größten Städte, |
wo der
Müll (im wahrsten Sinn des Wortes) Macht verschafft. Die
verantwortlichen Betreiber der Müllverbrennungsanlage wohnen vermutlich
außerhalb der „Belastungszone“ und finden unsere Bemühungen absurd und
lächerlich.
Aber
sind diese Bemühungen wirklich lächerlich? Nein, denn Gutachten aus
„grauer“ alter Zeit belegen ganz klar, wie umweltschädlich diese
Verbrennungsanlage ist. Die Müllconection sagt: „Da kommt doch nichts
aus den Schornsteinen heraus“ und nun bei der Erweiterung „Wir
verbessern die Schadstofffilterung“. Verbessern, wo angeblich nichts zu
verbessern ist?
Genau
so gut hätten diese Herren sagen können, der Eimer der Erkenntnis ist
leer, wir machen ihn nun noch leerer!
Auch
die so toll angepriesene Halde ist nur etwas für Hardcorejogger.
Vermutlich wird man an den Eingängen demnächst einen Automaten
errichten, an dem Atemgeräte mit entsprechenden Filtern gekauft werden
können. Sieht so unsere Zukunft im Kreis aus? Jedes Jahr sterben nach
Angaben der EU – Gesundheitsbehörde an Feinstaub und lärmbedingt 6,9 von
10.000 Personen. Das bedeutet im Kreis Recklinghausen in jedem Jahr
4.472 Menschen!!
Schlafen unsere Politiker? Träumen sie nur noch von vollen Säckchen aus
Beirats- und Vorstandtätigkeiten? Wie ernst Politiker genommen werden,
zeigen die Wahlbeteiligungen bei den vergangenen Bundes- und
Landtagswahlen.
Die
Naturkatastrophen haben sich seit 1960 verdoppelt. Umweltschutz geht
jeden an. Keiner kann sich den verheerenden Katastrophen entziehen.
Wirbelstürme im Ruhrgebiet, Überschwemmungen im Osten Deutschlands und
vieles mehr wird uns die Zukunft bringen. Die Umwelt braucht uns nicht,
aber wir brauchen die Umwelt. Die Natur findet immer einen Weg, ob mit
oder uns, das liegt in unserer Hand. Aber zuerst bleiben die Schwachen
auf der Strecke – unsere Alten und die Kinder.
Wir
vom „NUR im Vest“ fordern eine Abwägung von Entscheidungen, die nicht
durch Postenschachereien und Mandatsversprechen beeinflusst wird (siehe
Müllskandal Köln). Dazu hätte nicht nur aus finanzieller Sicht ein
klares NEIN zur Erweiterung der Müllverbrennungsanlage gehört. |
wir haben uns mehrere Minuten telefonisch unterhalten. Ihr Zitat "Wir sagen dazu nichts." stimmt also nicht. Gesagt habe ich, dass ich den Artikel in der Hertener Allgemeinen, auf den Sie sich beziehen, nicht kommentiere, weil die Überschrift "Italiens Müll rollt jetzt auch ins RZR" und der Text, in dem korrekt in der Möglichkeitsform berichtet wird (sei, soll) nicht übereinstimmen. Das ist etwas anderes, als nichts gesagt. Gesagt habe ich Ihnen dagegen, dass die Zuteilung eines Kontingents Abfall aus der Notentsorgung für Italien von einer "Notifizierung", also der Zustimmung der NRW-Behörden abhängig ist und wir in der Lage wären, italienischen Abfall in der von meinem Geschäftsführer, Herrn Freudenberger, gegenüber dem Hertener Bürgermeister gemachten Größenordnung anzunehmen. Also: noch rollt gar nichts, aber wir sind bereit und in der Lage, täglich 1 bis 2 Lastwagen italienischen Hausmülls im Rahmen einer behördlich genehmigten Nothilfe für einen begrenzten Zeitraum im RZR Herten mit zu verbrennen - wie alle anderen MVA in NRW auch.
MfG
Heinz Struszczynski
Pressesprecher AGR mbH